SchülerInnen beurteilen ihren Unterricht
07. Februar 2007 von Anja Stahmann
Sollen Schülerinnen und Schüler regelmäßig befragt werden wie ihnen der Unterricht und die Schule gefällt? Ich meine, ja! Einige Schulen in Bremen wie die Waldorfschulen (Schulen ohne Noten und Sitzenbleiben !) befragen ihre SchülerInnen aus Überzeugung. Das dient als ein Baustein der Qualitätsentwicklung. Ich setze mich seit langem für eigenständige Schulen ein. Vor Ort soll weitgehend frei der Unterricht organisiert und die Qualität überprüft werden - auch von Schülern. Ich würde es positiv finden, den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben, zwei Mal pro Jahr ihre Lehrer zu beurteilen. Wie empfinde ich persönlich das Lernklima an der Schule? Was habe ich im letzten Halbjahr dazu gelernt? Was hat mich gestört? Wo habe ich Probleme? Regelmäßige Antworten auf diese Fragen aus der individuellen Schülerperspektive sind im skandinavischen Ausland längst Praxis. In Bremen wird solch ein Modell wie gesagt an der Waldorfschule erfolgreich praktiziert: Eine Schule, die auf Noten verzichtet, aber großen Wert auf aussagekräftige Beurteilungen von Lehrern und Schülern legt. Deshalb geht es hier auch nicht um Zensuren, sich rächende Schüler wie manch einer sofort befürchtet oder Lehrer-Anschwärzen, sondern um einen ernsthaften Austausch in einer Schule.
Damit geben die Kinder und Jugendlichen eine Rückmeldung, ob Ihnen der Unterricht gefällt, ob Sie alles verstanden haben, der Lehrer den Stoff gut erklärt hat, wie das Klima in der Klasse ist und ob sie Verbesserungsvorschläge haben. Es gibt einige Schulen, die hierfür extra Schülersprechtage anbieten z. B das Schulzentrum Drebberstraße oder die Gesamtschule-West in Bremen.
Schüler-Rückmeldungen an die Lehrer sind aus meiner Sicht eine gute Möglichkeit zur Verbesserung der Unterrichtsqualität und des Lernklimas, von der alle Beteiligten profitieren.