Der erste Tag
29. Februar 2008 von Anja Stahmann
29. März 1983. Ein kleines Erdbeben erschüttert das politische Bonn. Ein bunter Zug von Frauen und Männern bewegt sich auf den Plenarsaal des Deutschen Bundestages zu – FriedensaktivistInnen aus aller Welt, AntiatomkämpferInnen aus Wyhl, Gorleben und Brokdorf, Feministinnen aller Couleur, Schwule und Lesben, die “Kochbrigade” der Startbahn West, bürgerliche NaturschützerInnen und Frankfurter Spontis, liberale Bürgerinnen und Bürger, denen die Freiheitsrechte im Rechtsstaat unabdingbar sind, daneben vermutlich einige HausbesetzerInnen – sie alle hoffen, nach der Bundestagswahl am 6. März und dem Sprung der Grünen über die Fünf-Prozent-Hürde nun eine Stimme im Parlament zu bekommen.
Ja, es war ein atemberaubender Moment, beinah unwirklich. Und es gab nur wenige Abgeklärte, die schon überblickten, dass dies nicht nur ein Tag des Triumphes und der Freude war, sondern auch der Beginn einer unausweichlichen Metamorphose, der sich diese Partei nicht würde entziehen können. Vor Grünen rollte eine übergroße Weltkugel: “Global denken, lokal handeln” war das Motto.
Unter folgendem Link kann zudem ein Interview mit Marieluise Beck zu „25 Jahre Grüne im Bundestag“ eingesehen werden (Süddeutsche Zeitung):