Bürgerschaft diskutierte über Zukunft des Bunkers Valentin
09. April 2008 von Anja Stahmann
Der Bunker Valentin ist nicht irgendeine beliebige Immobilie. Er hat eine unsägliche Geschichte: 12.000 Zwangsarbeiter mussten dort täglich auf der Baustelle arbeiten, 4000 Menschen sind gestorben. Da die Zeitzeugen immer weniger werden, ist der Bunker Valentin als Gedenkstätte umso wichtiger: Dieser Bunker muss als lebendiger Erinnerungsort aufrechterhalten bleiben. Diese Auffassung haben wir Grüne heute in der Bürgerschaft vertreten.
Bekanntlich nutzt die Bundeswehr das monströse Bauwerk, das ein sichtbares Symbol für die menschenverachtende Vernichtungs- und Eroberungspolitik der Nationalsozialisten ist, nur noch bis 2010 als Materiallager. Der Bund will die jährlich 700.000 Euro für den Unterhalt des Bunkers nicht mehr aufbringen. Deshalb steht er bereits zum Verkauf.
In der Debatte haben sich alle Fraktionen für den Erhalt des Bunkers ausgesprochen. Aber der Unterhalt des maroden Bauwerks ist teuer. Der Bund darf sich nach Auffassung der Koalition nicht aus der Verantwortung stehlen und die Kosten auf Bremen abwälzen. Die CDU bekannte sich hingegen nicht eindeutig dazu. Die Christdemokraten forderten stattdessen wie jüngst Kulturstaatsminister Bernd Neumann (zugleich Bremer CDU-Vorsitzender), dass Bremen dem Bund zunächst ein tragfähiges Konzept unterbreiten solle. Ein durchsichtiges Taktieren: Denn Bremen hat dem Bund das Konzept samt Antrag längst vorgelegt. Doch zwischen den Bundesministerien wird das Thema wie eine heiße Kartoffel hin- und hergeschoben.
Dieses unwürdige Schauspiel kritisierten VertreterInnen der rot-grünen Koalition. Sie erinnerten den Bund als Eigentümer an seine moralische Verantwortung. Der Bunker Valentin ist keine rein bremische Angelegenheit, sondern ein einzigartiges Denkmal von nationaler Bedeutung. Der Bund muss seine Verantwortung anerkennen.