Bürgerrundfunk deutlich attraktiver machen
06. März 2008 von Anja Stahmann
Zum Thema Bürgerrundfunk habe ich eine Kleine Anfrage an den Senat gerichtet. Die Antwort liegt jetzt vor. Außerdem hatte der Rechnungshof die Landesmedienanstalt durchleuchtet und nun seinen Bericht veröffentlicht. Aus meiner Sicht müssen wir den Bürgerrundfunk (ehemals Offener Kanal) für die NutzerInnen dringend attraktiver machen. Denn zurzeit steht die geringe Anzahl der Aktiven in keinem Verhältnis zum finanziellen Aufwand. Auch die redaktionelle Begleitung des Ereignisfernsehens sollte verbessert werden. Außerdem dürfen die Hinweise des Rechnungshofes nicht länger ignoriert werden: Die Landesmedienanstalt muss die nicht verbrauchten Gebühren an Radio Bremen weiterleiten, wie es der Rundfunkstaatsvertrag vorsieht. Zudem muss ihre Haushaltsführung wirtschaftlicher werden.
Wie aus der Senatsantwort hervorgeht, haben im Vorjahr insgesamt 867 BürgerInnen in Bremen und Bremerhaven den Offenen Kanal genutzt. Die durchschnittliche Sendeleistung im Fernsehbereich lag 2007 bei wöchentlich 13 Stunden in Bremen und 9 Stunden in Bremerhaven, im Hörfunkbereich bei 72 bzw. 36 Stunden. In den Bürgerrundfunk fließen jährlich über eine Million Euro. Diese Zahlen zeigen deutlich, dass wir mehr Menschen an diesem Angebot beteiligen müssen. Dafür sind neue Konzepte erforderlich. In der Arbeit des Bürgerrundfunks spielt beispielsweise das Internet bislang keine Rolle, obwohl das gerade bei Jugendlichen ein beliebtes Medium ist. Deshalb sollten wir prüfen, wie dieser Verbreitungsweg für den Bürgerrundfunk genutzt werden kann. Ich meine, die bisherige Praxis der Landesmedienanstalt, nicht verbrauchte Rundfunkgebühren einfach in die Rücklage zu stecken solle geändert werden, denn dieses Geld steht Radio Bremen gesetzlich zu, auch um damit Film- und Medienförderung zu betreiben. Diese könnte in Kooperation mit dem geplanten Medienzentrum neu konzipiert werden.
Die Haushaltsführung der Landesmedienanstalt muss insgesamt wirtschaftlicher gestaltet werden. Es kann nicht sein, dass aus Rundfunkgebühren eine mobile Küche angeschafft wird. Auch bei den Vergütungen muss sich die Landesmedienanstalt an den Einkommen des Öffentlichen Dienstes und nicht an Fantasialand orientieren.
liebe kollegin
als angestellter des bürgerrundfunk-bremerhaven fühle ich mich mehr als leicht angefasst. wo in aller welt beziehst du deine informationen und was in aller welt bezweckst du mit der hier online gestellten kolportage.
seit nun mehr zwölf jahren arbeite ich hier in bremerhaven zu den tariflöhnen des öffentlichen dienstes, übrigens ohne bewährung o.ä.und auf garkeinen fall nach fantasialand. kollegen etwa, die ich noch aus meiner studienzeit kenne, bei radio bremen mit der gleichen wenn nicht sogar weniger verantwortung betraut, sind da erheblich besser dran und verdienen partiell fast das doppelte meines salär.
in welchen bürgerrundfunk, bitte, fließen mehr als eine million euro? in bremen und bremerhaven eher nicht … also wo dann ??
wie schade, das sogar die zahlen der sendestunden in radio und tv nicht unbedingt unserer statistik hier vor ort entsprechen.
gerne stelle ich dir, auf anfrage, die eine oder andere doku- oder reportage des ereignisfernsehns zur verfügung zwecks eigener beurteilung der redaktionellen arbeit etc.pp.
bleibt anzumerken das seit ca. 10 jahren unser radioprogramm im internet zu hören ist. das tv-programm ist (zur zeit wegen umstrukturierung zu radioweser.tv ausser betrieb)
seit 2001 online.
Frage: was hat denn nun das internet, das weltweit zu erreichen ist, mit lokaler berichterstattung zu tun?
jetz mal ernsthaft:
warum wird hier der sack geschlagen? obwohl doch der esel gemeint ist ??
über eine nett gemeinte antwort freue ich mich als grünenwähler der ersten stunde schon heute.
beste grüße
k.würl
Lieber Herr Würl,
ich würde es begrüßen, wenn Sie statt Polemik Fakten bringen würden, insbesondere was die Kosten und Nutzerzahlen anbetrifft ! 1 Mio. ist sicherlich nicht zu viel, wenn damit auch nur 3 % der Bremer und Bremerhavener täglich erreicht werden würden. Aber davon kann ja der OK wohl nur träumen ! So stellt sich das doch mehr oder weniger als teures, bezahltes Hobby für ein paar Freaks dar ! Deshalb meine auch ich, dass man darüber mal nachdenken muss - sei es, dass man den OK für die Zuschauer/Hörer deutlich attraktiver macht oder das Geld lieber woanders ausgibt, wo es dringender gebraucht wird, wie z.B. in Kitas ! Da Sie sicherlich am Erhalt Ihres Arbeitsplatzes interessiert sind, wäre es doch mal schön, wenn Sie sich darüber Gedanken machen würden anstatt sich hier über Ihr Gehalt zu beklagen. Es hat Sie doch niemand gezwungen beim OK zu arbeiten !?
Mit besten Grüßen
Achim Behrenwaldt