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Der noch relativ junge Bremer Schulleiterverband hat gestern Ergebnisse einer Befragung veröffentlicht. Und die Ergebnisse haben es in sich, denn sie sind für den Bildungssenator und sein Behördenteam wenig schmeichelhaft. So kritisiert der Verband : „Unklare Ziele, wenig Wertschätzung, keine Zeit und die Unzufriedenheit unter den Schulleitungen steigt.“ Die Erhebung wurde von insgesamt 63 stadtbremischen Schulen beantwortet, das entspricht gut 40% der Schulen. 

Der Verband meint das Ergebnis offenbart eine insgesamt schlechte Stimmungslage zwischen der Behörde und den Schulleitungen. So äußerten fast die Hälfte der Befragten, dass die von der Behörde eingeforderten Jahresplanungen selten oder nie angemessen mit ihnen besprochen werden würden. Gemeinsamkeit und gegenseitige Wertschätzung? Fehlanzeige in vielen Fällen. More...
Der Verband schreibt weiter in seiner Pressemitteilung: „ Ebenso kritisch stellt sich das Ergebnis in Hinblick auf die Zielsetzungen bremischer Schulpolitik dar. Über 70 % der Schulleitungen erklärten, dass die im Schulprogramm vereinbarten Maßnahmen selten oder nie materiell angemessen abgesichert sind, drei Viertel der Schulleiter/innen konnten selten oder nie eine Klarheit bei den Zielen der bremischen Bildungspolitik erkennen, eine fast genauso große Anzahl stellte fest, selten oder nie Planungssicherheit in Hinblick auf die Entwicklung ihrer Schule zu sehen. Das neue Schulgesetz, das mit der Absicht der Verbesserung der Stellung der Schulleitungen eingeführt wurde, hat diesen Effekt aus der Sicht der Schulleitungen nicht gehabt. Über die Hälfte der befragten Schulleiter/innen sagten aus, dass ihre Gestaltungsmöglichkeiten mit dem neuen Schulgesetz selten oder nie zugenommen haben.“  

Die Ergebnisse der Befragung werden noch weniger schmeichelhaft für den Senator.
Der Verband verweist , dass als besonders dramatisch wird die Zeitknappheit in den Schulen gesehen. Über 80 % beklagten die zu geringe Ausstattung mit Verwaltungspersonal, zwei Drittel stellten fest, dass sie keine ausreichende Zeit für die Konfliktbewältigungen in den Schulen haben.
 
Das Ergebnis offenbart einen besorgniserregenden Zustand zwischen zwei wesentlichen Gestaltungsebenen im bremischen Bildungswesen” kommentierte der Vorsitzende des Verbandes Helmut Zachau das Ergebnis der Umfrage. “Bei einem solchen Gegeneinander ist es schwierig, positive Impulse in die Schulen zu tragen, die dann zur besseren Dienstleistung Schule führen.” Der Schulleitungsverband sieht eine wesentliche Ursache für das gespannte Verhältnis darin, dass die Rolle von Schulleitungen ganz unterschiedlich gesehen wird. Es ist keine durchgängige Klarheit darüber vorhanden, ob die Schulen durch eine enge Führung der Behörde oder ob eine eigenständige Schulorganisation unter professioneller Führung  in weitgefassten Rahmen gestaltet werden soll. Politisch wird die zweite Variante postuliert, die Schulleitungen erleben aber real eine enorme Regelungsdichte.
 
Kontakt zum Schulleiterverband
schulleiter@nord-com.net

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